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Es gibt einen deutschen Begriff, der ob seiner Einzigartigkeit und seiner Passgenauigkeit in kaum eine andere Sprache zu übersetzen ist: Weltschmerz. Weltschmerz bezeichnet eine tiefe Traurigkeit oder Melancholie über die Unzulänglichkeit der Welt, manchmal auch über die eigene. Wenn ich in diesen Tagen die Nachrichten sehe, glaube ich, es bedarf einer weiteren Wortneuschöpfung dieser Art: Weltangst.

Die Welt zieht den Hut vor einem Hashtag, der vor ein paar Tagen auf dem beliebten zwitschernden Nachrichtendienst auftrat. Unter dem Label #notjustsad posten seitdem Tausende über ihren Alltag mit einer Krankheit, die sich in unserer Wohlstandsgesellschaft mittlerweile Volkskrankheit schimpft: die Depression.

Freitagmittag halb 12 in Deutschland: Die Generation Y steigt in den Zug. Heimaturlaub. Wer sich unversehens im Dschungel aus Reisetaschen, Trekkingrucksäcken und Laptoptaschen auf den Gleisen der großen Universitätsstädte wiederfindet und beginnt, den dort beheimateten Ureinwohner zu beobachten, dem schießen unweigerlich Schlagzeilen durch den Kopf, die über die faule akademische Jugend lamentieren.