Malte Evers

Reispapier-Frühlingsrolle mit asiatischer Gemüsesuppe

Malte Evers Rezept: Reispapier-Frühlingsrolle mit asiatischer GemüsesuppeVorbei ist sie, die arbeitsbedingte Pause und wir beenden sie mit Rezepten frisch aus Schottland. Bei 12 Stunden-Schichten – ohne Unterbrechungen – blieb leider nicht mehr viel Zeit und Lust, auch daheim noch zu kochen. Schottland als Quelle für neue Rezepte lassen wir auch zurück – fast: Die beliebteste Zubereitungsart dort ist nämlich das Frittieren. Einmal habe ich für unsere gesamte Küche Spätzle gekocht. Das fanden alle sehr lecker, aber noch leckerer war es dann, als sie im Fett gebacken wurden.
Prinzipiell spricht nichts gegen das Frittieren, solange es nicht überhand nimmt. Gerade als crunchige Komponente in einem Gericht kommt etwas Frittiertes schnell und gut darüber. Für dieses Gericht kombinieren wir selbstgemachte Frühlingsrollen mit einer leichten Suppe. So gleicht sich alles aus.
Für die Frühlingsrollen benutzen wir dabei Reispapier. Das klingt nach einer besonderen Zutat, gab es aber in meinem Fall bei Globus. Ansonsten hat das aber auch jeder Asia-Shop.

Benötigte Materialien:

  • Rinderhackfleisch
  • Reispapier
  • Currypulver
  • Salz, Pfeffer
  • Öl (ob es zum Frittieren geeignet ist, steht auf der Flasche)

Für die Suppe:

  • Sojasauce
  • Chili
  • Frischer Ingwer
  • Paprika
  • Brokkoli
  • Zwiebeln
  • Karotten
  • Frühlingslauch
  • Knoblauch
  • Sesamöl
  • Salz

Zubereitung

Zuerst bereiten wir die Brühe vor: Die Zwiebel wird geschält und geviertelt. Dann pflücken wir Zwiebelscheibe für Zwiebelscheibe auseinander. Ingwer und Knoblauch werden geschält und anschließend fein gewürfelt oder gerieben – jeder wie er mag. Die Paprika wird in Streifen geschnitten, der Brokkoli wird vom Strunk entfernt, dann einzelne Rosen abgepflückt. Die Chilis werden in Scheiben geschnitten. Bei den Karotten gibt es einen Trick: Wir wollen unser Gemüse ja leicht bissfest halten. Nun könnte man die Karotte einfach vorher weich kochen und dann erst weitermachen. Man kann sich diesen Schritt jedoch vor allem bei Suppen sparen, indem man die Karotte schält, die Schale wegwirft, die Karotte halbiert und dann einfach weiter Streifen herunterschält. Dies sorgt in einer Suppe für zusätzliches Volumen: Win-Win.
Den Frühlingslauch schneiden wir in Streifen, legen ihn aber separat vom anderen Gemüse.
In einem Topf erhitzen wir nun das Sesamöl. Sobald es heiß ist, geben wir die Zwiebeln hinein. Die dürfen auf jeden Fall ein wenig Farbe kriegen. Erstens aus Geschmacksgründen, zweitens gibt man ja auch in andere Brühen eine gebräunte Zwiebel, um der Suppe eine goldgelbe Farbe zu verleihen. Im Anschluss schwitzt man Ingwer, Knoblauch und Chili an, dann die Karotten, den Brokkoli und zum Schluss die Paprika. Nun gießt man Wasser dazu, etwa so viel bis das Gemüse bedeckt ist. Wer mag, kann nun auch etwas Paprika- und Currypulver in die Brühe geben. Wer das nicht mag, macht nun den Deckel drauf und lässt es für 10 Minuten leicht köcheln. Zum Servieren wird dann nur noch mit Salz und Sojasoße gewürzt.

Für die Reispapier-Frühlingsrollen bereiten wir zuerst das Hackfleisch vor: Wir geben es in eine Schüssel und würzen es mit etwas Sojasauce, Salz, Currypulver und Pfeffer. Wichtig hierbei: Kräftig würzen, sonst schmeckt es nachher fad!
Nun geht es an das Rollen des Reispapiers: Das Reispapier wird großzügig unter warmes Wasser gehalten, damit es leicht und locker wird. Es dauert etwa eine Minute, bis es komplett flexibel ist, aber sobald es locker wird, kann man anfangen. Wir rollen uns kleine Würstchen aus dem Hackfleisch und geben diese auf das untere Drittel des Reispapierblatts. Nun rollen wir dieses zur Hälfte ein, knicken die Ecken zusammen und rollen straff weiter. Anschließend das noch überstehende Reispapier genau auf die andere Seite umknicken. Dies wiederholen wir, bis das gesamte Hackfleisch aufgebraucht ist.
Nun geht es in die letzte Runde: In einem Topf erhitzen wir das Öl – und zwar so stark, dass wenn wir einen Holzkochlöffel reinhalten es kräftig daran blubbert. Nun dürfen wir die Frühlingsrolle aber nicht einfach reinschmeißen, denn dann würde sie am Boden ankleben und das war es. Deshalb nehmen wir eine Rolle zwischen zwei Finger und halten ihre Unterseite für etwa 10 Sekunden ins Öl, bevor wir sie langsam hineinfallen lassen. Vorsicht also hierbei! Wer eine Friteuse besitzt, hat da natürlich leichteres Spiel. Jedenfalls wenden wir die Frühlingsrolle alle 10-20 Sekunden, bis sie leicht gebräunt und kross ist. Dann kommt sie raus aus dem Öl auf ein Tuch, um dort das überschüssige Fett aufzufangen. Nun gießen wir die Suppe in eine Schüssel, legen die Frühlingsrolle oben auf und garnieren mit dem Frühlingslauch. Das war’s!

Abwandlungen: Selbstverständlich kann man die Frühlingsrollen auch mit Gemüse oder Fisch füllen. Der Fantasie ist da keine Grenze gesetzt. Das gleiche gilt letztendlich auch für die Brühe. Erlaubt ist, was man gerne essen möchte. Und da ich noch Unmengen Reispapier übrig habe, gibt es beim nächsten Mal ein weiteres Gericht damit!

Malte KlingenhägerMaltes absolut objektive Meinung: Etwas aufwändiger, aber absolut überzeugend. Bis auf den Part, bei dem man die Frühlingsrollen mit den Fingern in das heiße Fett halten soll. Ich habe das dann mit zwei Gabeln gemacht und es nicht bereut. Die Suppe behalte ich im Hinterkopf, um sie ggf. mal mit etwas anderem zu kombinieren. Als Vorspeise fände ich die jetzige Kombination perfekt, aber in einer kleinen Küche ist das schlecht zu koordinieren.

Emil ErpelDer Erpel meint: Call me a duck, aber ich liebe Essen, bei dem ich gründeln kann. Auch das Reispapier hat es mir angetan. „Schmeckt nach nichts“ ist nämlich ein Satz für Leute, die kein Gespür für Kochkompositionen haben.

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