Malte Evers

Ziegenkäsepraline im Nussmantel mit Thymian-Kirschragout

Endlich ist sie da: die Kirschsaison. Da wir hier einige Kirschbäume stehen haben – etwa 400 Stück – freue ich mich sehr auf diese Zeit! Zum einen, weil so ein allmorgendlicher Ernteeinsatz Spaß macht und zum anderen, weil man Kirschen sehr schön in der Küche verarbeiten kann. Hierbei eignen sie sich vor allem gut für deftige Gerichte, gerade in Verbindung mit „fetten“ Elementen, wie etwa Käse oder Lamm.
Den Anfang macht: eine Ziegenfrischkäse-Praline im Nussmantel mit Thymian-Kirschragout. Ziegenfrischkäse kriegt man beim Edeka – er nennt sich dort Ziegenkäse-Taler. Wer nicht so auf Ziegenkäse steht, kann einen anderen Frischkäse nehmen, allerdings empfehle ich den Ziegenfrischkäse sehr. Er schmeckt bei weitem nicht so intensiv, wie man glauben mag.

Wir benötigen:

  • Ziegenfrischkäse
  • Nüsse nach Wahl (etwa Mandeln, Haselnüsse, Pinienkerne …)
  • Kirschen
  • Thymian
  • Zucker

Zubereitung:

Zuerst müssen wir die Kirschen vorbereiten: Diese werden gewaschen, anschließend um ihren Stiel erleichtert und mit einem Messer rundherum aufgeschnitten, so dass wir den Kern herausfallen lassen können. Die so vorbereiteten Kirschen stellen wir erst einmal zur Seite.
Malte Evers Rezept: Ziegenkäsepraline im Nussmantel mit Thymian-KirschragoutNun werden die Nüsse grob gehackt und miteinander vermischt. Dann verteilen wir diese gleichmäßig in einer Pfanne, die wir anschließend auf den Herd stellen. Während die Pfanne erhitzt, nehmen wir den Ziegenkäse aus der Packung und füllen ihn in eine Schüssel. Nun verkneten wir den Ziegenkäse und rollen anschließend zwischen unseren Händen Kugeln daraus – etwa in der Größe von Tischtennisbällen. Anschließend stellen wir diese für einen Moment in den Kühlschrank und kümmern uns um die Nüsse. Diese müssten inzwischen leise zischen und anfangen zu rösten. Sobald sie gleichmäßig gebräunt sind, schütten wir sie auf einen Teller und verteilen sie gleichmäßig zum besseren Auskühlen. Die Pfanne stellen wir wieder auf den Herd und geben ca. einen Esslöffel Zucker hinein. Diesen lassen wir nun schmelzen, bis er leicht zu blubbern beginnt.
Sobald geschehen, geben wir die Kirschen hinein und schwenken die Pfanne leicht hin und her, damit sich der Zucker überall löst. Nun wird die Hitze der Pfanne abgedreht, ein Zweig Thymian hinzugefügt und dann zunächst für sich gelassen.
Jetzt holen wir die Frischkäsekugeln aus dem Kühlschrank und rollen sie vorsichtig durch die abgekühlten Nüsse – so lange, bis sie rundherum mit Nüssen bedeckt sind sind.
Zum Fertigstellen legen wir pro Portion nun jeweils zwei dieser Pralinen eng aneinander auf einen Teller. Aus dem Kirschragout holen wir den Thymianzweig heraus und verteilen die Kirschen zusammen mit dem entstandenen Saft rund um die Pralinen. Zum Schluss legen wir noch einen frischen Thymianzweig als Dekoration dazu und haben ein leckeres, sommerliches Essen vor uns.

Abwandlungen: Wer mag, kann die Kirschen auch mit etwas Weiß- oder Rotwein aromatisieren. Dazu den Zucker mit dem Wein ablöschen und sehr stark einkochen lassen, bevor die Kirschen hinzukommen. Falls jemand kein Freund von Thymian ist, lässt sich das Gericht auch mit Rosmarin oder Basilikum zubereiten, auch eine kleine Prise Chili kommt gut.

Guten Appetit!

Malte KlingenhägerMaltes absolut objektive Meinung: Kirschen. Entweder man isst den ganzen Sommer keine, oder man bekommt sie Eimerweise von der Großmutter. Hier Jung, iss dich gesund. Die passenden Rezepte sind da nicht optional, sondern verzweifelte Selbstverteidigung der Geschmacksnerven, die dringend Abwechslung brauchen. Merke außerdem: Wer Kirschkerne in Richtung des Erpels spuckt, bekommt ganze Kirschen an den Kopf geworden.

Emil ErpelDer Erpel meint: Ich liebe Kirschen – der Thrill, sie von den Bäumen großmutterbewachter Hausgärten zu stehlen, der süße Geschmack des Zorns, den die Früchte annehmen, wenn die alten Damen einen mit Nudelhölzern bewaffnet verfolgen. Kirschen sind die Ü-Eier der Agentenenten. Spiel. Spaß. Spannung. Schmackhaft.

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