Thomas Throckmorton

Weltschmerz

Abtei_im_Eichwald_(C_D_Friedrich)Oh, ach, weh!
Jo, was geht?!
Der Schmerz durch das Gebein
wie Wind durch das Geäst,
er schüttet hoffnungsvollstes Grün
hinab in Matsch und Moder
und Schimmel wächst darüber
wie Hautkrebs: melanomisch,
ach, ich bin so melancholisch!
Aus geiler Schnitten Busen
winkt schon grinsend ein Gerippe,
so verlockend, sie zu küssen,
doch sie hat die Schweinegrippe.
Dies zeigt: Wie gut auch etwas scheint,
in Wahrheit ist es schlecht,
nicht jede Schambekapselung
verbirgt auch ein Gemächt.
So plätschert alles Leben
völlig sinnlos vor sich hin,
ich plätscherte ein Tränchen
durch der Wälder dunkle Nacht,
denn ich hatte einen drin,
jedoch: auch das hat nichts gebracht.
Ich schrie zum Mond „mein einz’ger Freund,
das Leben ist nicht fair!“
Er sagte mir verständnisvoll,
dass ich ein Opfer wär.
So trotte ich durch Straßen, Leute sagen „Guten Tach!“
aus Kulleraugen blickend sag ich Tränen unterdrückend
und mein Weh ins Wort verdickend fast erstickend
nichts als „Ach …
Ist denn wohl hier kein Platz für eine
so zart empfindsam Brust wie meine?“
Oh, doch, wo um Ruinen nachts
Gespenster einsam wispern,
sprach ich leis‘ im Feuerschein
mit hornbebrillten Hipstern.
Die fühlten so wie ich,
so voll entfremdet und von wegen
Weltschmerz äßen sie wohl täglich
Ecofood dagegen.
Danke für den Tipp …

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