Dierk Seidel

Perspektbriefwechsel

Hoffnung verloren,
das Gefühl, wenn ich
an mir selbst zerbrech.

Photo: Photo: W.D. Seidel

Photo: W.D. Seidel

Meine Messlatte so hoch
wie eine Cessna fliegen kann
und ich, ich hab mir
meine Flügel am Feuer verbrannt.

Ich dachte, ich bring etwas Schwung
in mein Leben,
ich lag, wie so oft, daneben.

Meine Schritte langsam, trippelnd
wie Michael Jackson auf LSD
meine Augen geweitet,
obwohl ich kaum was seh`.

Und ich blicke in Gedanken zurück,
und blicke ein Stück auf das
brüchige Eis, das mich
wieder und wieder erfrieren lässt.

Der Weg soll weiter gehen,
aber ich gehe immer einen Schritt vor
und dann drei Schritte zurück.

„Mach doch mal was aus deinem Leben!“,
sagst du.
Und ich bleibe an der Hoffnung kleben,
und sage,
dass Veränderung da ist,
man sie aber nicht sehen kann.

Du und dein Designstudium,
willst weiter gehen,
ich komm nicht mit,
bleibe in meinem Kosmos,
bekomm es erst mit,
als es zu spät ist.

Denke mir,
jetzt aber los,
schmeiss die Vergangenheit aus dem Fenster
es muss doch weiter gehen,
wer bist du, mir so Druck zu machen?

Wer bist du, mir so Druck zu machen?
Bin es selbst.
Sterbe am Anspruch, am Denken, was ich tun muss.
Bin nicht Herr meiner Gedanken,
bin nicht frei, habe Schranken,
die nicht vor Zugluft schützen.

Gehe einsam durch Gassen,
blicke aufs Eis
im November,
„Die Mauer ist auf“, sagt einer
und ich,
ich bau sie
in meinem Kopf wieder auf.

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