Dierk Seidel
Vorwort
Wer „Edda“ noch nicht kennt, schaut vielleicht zuerst in die bisherigen Geschichten, sie bauen aufeinander auf.
https://www.kulturkater.de/edda-und-das-nichts/
https://www.kulturkater.de/edda-denkt/
https://www.kulturkater.de/edda-und-der-brief/
https://www.kulturkater.de/edda-geht-in-die-luft/
https://www.kulturkater.de/edda-skuli-und-die-stadt-der-tausend-gesichter/
Die neuste Geschichte heißt nun „Edda, Skúli und der Anfang der Reise“.
Edda, Skúli und der Anfang der Reise
Als würde die Zeit plötzlich schneller laufen, stolperten Edda und Skúli wieder ins reale Leben und konnten sich so gerade noch fangen.
„Danke, Skúli, die Mantelmänner sind verschwunden.“ Skúli drückte Eddas Hand noch etwas fester.
„Dann können wir ja jetzt weitergehen.“
Sie gingen weiter und schauten nicht zurück. Zum Glück, denn sonst würden sie die grauen Mantelmänner sehen, die ein wenig eingeschüchtert hinter Häuserecken hervorlugten.
Sie kamen an großen Modehäusern, an protzigen Autos, an protzigen Menschen, aber auch an Obdachlosen, denen die protzigen Menschen keine Beachtung schenkten, vorbei.
„Skúli, weißt du, was man hier so gibt?“
„Ich weiß nicht, mein kleinstes Geld ist ein 5-Euro-Schein.“
„Na, hoffentlich reicht das, kommt mir so wenig vor.“
Edda legte einer Frau einen Schein in ihren Becher. Diese bedankte sich sehr trocken und knapp und Edda war verunsichert, ob es nicht doch zu wenig gewesen war. An der nächsten roten Ampel rempelte sie ein Pfandsammler an.
„Hier, nimm mal“, sagte er und drückte Skúli einen Zettel in die Hand, dann hetzte er weiter. Skúli faltete den Zettel auseinander und las vor: „Der 5er war schon ganz in Ordnung, die meisten Menschen geben weniger. Ihr müsst aber die Zeit im Blick halten, eure Reise ist noch am Anfang. Ganz am Anfang.“
„Der Autor“, flüsterte Edda. Sie blickte auf ihr Smartphone. Es ist nicht mehr weit. „Lass uns rennen.“
Die Ampel sprang auf Grün und sie rannten.