Dierk Seidel
Vorwort
Wer „Edda“ noch nicht kennt, schaut vielleicht zuerst in die bisherigen Geschichten, sie bauen aufeinander auf.
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https://www.kulturkater.de/edda-denkt/
https://www.kulturkater.de/edda-und-der-brief/
https://www.kulturkater.de/edda-geht-in-die-luft/
https://www.kulturkater.de/edda-skuli-und-die-stadt-der-tausend-gesichter/
https://www.kulturkater.de/edda-skuli-und-der-anfang-der-reise/
https://www.kulturkater.de/edda-sieht-nichts-mehr/
https://www.kulturkater.de/edda-echsen-und-eine-spur/
https://www.kulturkater.de/edda-skuli-und-hauke/
Die neuste Geschichte heißt nun „Edda, Skúli und Augustfehn“.
Edda, Skúli und Augustfehn
Edda, Skúli und Hauke 1 näherten sich dem Bahnhof und fuhren schon entlang der Schienen, doch dann entfernte sich Hauke 1 wieder von den Schienen und fuhr geradewegs auf einen Kanal zu. Edda gefiel die Landschaft hier, sie war schöner als Hamburg und vor allem war es hier kleiner und mit weniger Menschen.
„Wir sind hier Am Kanal“, sagte Hauke 1.
„Das sehen wir, sagte Edda und lachte.
„Ach, ja, nein, die Straße heißt „Am Kanal“, meine Tante wohnt da hinten, kurz vor der Uplengener Straße. Aber wir fahren jetzt rüber, zum Bahnhof.“
„Ein Kreisverkehr“, sagte Skúli erstaunt. Edda haute leicht gegen seine Schulter.
„Was ist denn mit dir los? Du kennst doch Kreisverkehre.“
„Der ist noch recht neu, der Kreisverkehr“, sagte Hauke 1.
„Ja, aber…“, dann schwieg Skúli. Sie hielten am Bahnhofsvorplatz.
„Ihr müsst auf dieser Seite in die Bahn einsteigen. Richtung Emden, oder Norddeich, ist auch egal, die Richtung ist richtig, und dann steigt ihr die nächste Haltestelle aus, dann seid ihr in Leer, da wolltet ihr doch hin, sagte Hauke mir.“
Edda nickte und klappte den Beifahrersitz nach vorne, dann kletterten sie raus. Bevor Edda die Tür zuschlagen wollte, zögerte sie einen Moment.
„Was schulden wir dir eigentlich für die Fahrt?“, fragte sie.
„Ihr schuldet mir nichts. Das habe ich für Hauke gemacht und für den Autor, sonst geht das ja nicht voran hier in dieser Geschichte.“ Er grinste sie schief an. „Und nun mach die Tür zu, Tante Elske wartet schon.“
Edda schlug die Tür zu und hörte in Gedanken die Worte ihrer Mutter, wenn sie die seltenen Male bei ihr mit dem Auto mitfuhr. Nicht so fest, das ist doch kein Trecker.
Als Hauke 1 verschwunden war, gingen Edda und Skúli zum Bahnsteig und versuchten am Automaten ein Ticket zu lösen.
„Genau so kompliziert wie bei den Automaten für die Züge in Reykjavik“, sagte Skúli.
„Du Blödmann, wir haben weder Züge noch Automaten für Züge in Reykjavik.“
„Tja, aber wenn, dann wären die mit Sicherheit nicht so kompliziert und die Menschen würden weniger fliegen.“
„Kannst ja mal der Regierung vorschlagen.“
„Mach ich, mach ich, direkt wenn wir zurück sind.“
Am Bahnsteig tauchten immer mehr Menschen auf und wenige Augenblicke später hielt ein roter Zug mit dem Ziel Norddeich Mole. Sie stiegen ein und setzten sich im oberen Bereich in eine freie Vierersitzgruppe. Eine Viertelstunde wird es schon ohne Tickets gehen, dachten sie.
„Liebe Fahrgäste, unser nächsten Halt ist in wenigen Minuten Leer (Ostfriesland), sie haben Anschluss an die Westfalen-Bahn Richtung Münster. Dieser Zug fährt nach kurzem Aufenthalt weiter nach Norddeich Mole“, schallte es nach zehn Minuten Fahrt durch die Lautsprecher.“
Edda atmete laut auf.
„Wir haben es geschafft, das ist nochmal gut gegangen. Gleich sind wir da.“
In dem Moment kam eine Schaffnerin die Treppe in den oberen Zugteil.
„Die Fahrscheine bitte.“
Noch war sie ein paar Reisende entfernt.
„Was jetzt?“, fragte Skúli.
„Wir rennen!“
Und dann rannten sie.